Der Pferdezuchtverein Schladming-Ramsau
Der Pferdezuchtverein wurde im Jahre 1922 als Genossenschaft gegruendet und war ausschliesslich für die Norikerrasse bestimmt. Ab 1938 wurden in die Genossenschaft erstmalig etliche Haflinger für die Zucht aufgenommen. Nach den Kiegswirren erlebte die Pferdezucht ein HOCH, über 300 Belegungen auf 3 Deckstationen wurden verzeichnet.
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Wie ueberall hielt auch in unserer Region die Technik ihren Einzug, damit erlebte die Pferdezucht den absoluten Tiefststand (1964 gab es nur eine Deckstation mit 8 Belegungen).
Im Zuge des Fremdenverkehrs fand der Mensch zur Natur und zum Pferd zurueck, sodass Gott sei Dank heute in unserem Gebiet wieder ueber 500 Pferde aller Rassen beheimatet sind.
In der Ramsau ist eine staatliche Deckstation mit derzeit 4 Zuchthengsten (2 Noriker und 2 Haflinger), man verzeichnet jaehrlich mehr als 100 Belegungen. Darueber hinaus bietet der Reiterhof Brandstaetter eine Deckstation mit einem gekoerten Huzulenhengst.
Der Haflinger ist dominierend in der Pferdezucht der Dachstein-Tauern-Region. Ein grosses Augenmerk richtet man auch auf den Noriker, diese Rasse wird wieder wesentlich staerker gezuechtet. Der Ursprung der Norikerzucht unserer Region geht auf die 20-iger Jahre zurueck.
Die Dachstein-Tauern-Region ist die einzige "Mohrenkopf-Insel" in Oesterreich, diese seltene Faerbung der Noriker ist genetisch bedingt. Das Deckhaar dieser Kaltblutpferde besteht aus schwarzen und weißen Haaren, die sich die Waagehalten, so kommt es zu dem charakteristischen blauen Schimmer. Beim echten Mohrenkopf muessen Kopf, Langhaar und Gliedmassen bis zu den Gelenken schwarz sein und duerfen keine Abzeichen aufweisen.
Der Mohrenkopf ist ein großrahmiger Noriker, wird seit 1900 in der Dachstein-Tauern-Region gezuechtet, auf der staatlichen Hengststation Tritscherhof in der Ramsau steht immer ein Mohrenkopf-Deckhengst. Viele Norikerfreunde kommen von Nah und Fern um diese Raritaet zu bewundern.
Dank des unermuedlichen Einsatzes des Geschaeftsfuehrers des Landeszuchtverbandes der Steiermark, Ing. Walter Werni, der "DER Fachmann" der Norikerzucht ist, gelingt es dem Pferdezuchtverein Schladming-Ramsau diese seltene Faerbung weiterzuzuechten, Basis dafuer sind gute Vatertiere und eine artgerechte Aufzucht (dazu gehoert unter anderem eine Almhaltung im Hochgebirge waehrend der Sommermonate).
Das Pferd und der TourismusPferde haben in Ramsau am Dachstein eine lange Tradition, mit Stolz sind wir die Pferdestaerkste Gemeinde der Steiermark. Die tiefverwurzelte Zuneigung der Ramsauer Bauern zu ihren Pferden ist ebenso erhalten geblieben wie die alten Rassen. Der Verwendungszweck als Arbeitstieren verlor stark an Bedeutung, heute fuellen die Pferde einen wichtigen Teil der Freizeitgestaltung, im Sport und ganz besonders im touristischen Angebot aus.
Wer laeßt sich nicht gerne verwoehnen bei einer romantischen Pferdeschlitten- oder Kutschfahrt? Wer ist nicht verzaubert beim Ausritt durch eine glitzernde Winterlandschaft? Wer kann sich beim Ritt ueber gruene Wiesen dem Reiz der maechtigen Spitzahornbaeume entziehen? Diese Jahrhundertealten Baeume sind charakteristisch für unsere Gebirgslandschaft und ziehen die Besucher in ihren Bann.
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Die Pferde stellen eine nicht mehr wegzudenkende Attraktivitaet fuer Einheimische und Gaeste dar, ob das nun die Ponnies sind in welche sich unsere kleinen Gaeste verlieben, die schweren Noriker die unsere Pferdeschlitten muehelos durch die verschneite Winterlandschaft ziehen oder imposante schwarze Friesenpferde die den Betachter durch ihre herrliche Maehne und den edlen Gang beeindrucken.
Es ist uns klar, daß wir ohne dem Tourismus nicht pferdestaerkste Gemeinde der Steiermark sein koennten, wir nehmen die Pferdezucht ernst, halten an alten Traditionen fest und freuen uns wenn wir unseren Gaesten die Leidenschaft "Pferd" naeher bringen können.
Die Reitergruppe Ramsau am Dachstein
Der Verein besteht seit 1950; zu den Gruendungsmitgliedern gehoerten unter anderem der heutige Landesobmann der steirischen Pferdezucht OER Johann Berger, der Pferdefachmann und langjaehrige Obmann des Pferdezuchtverbandes Schladming-Ramsau Siegmund Bachler von der Hengststation Tritscherhof sowie der beste Amateurfahrer Oesterreichs im Trabrennfahren Hans Walcher und der Hufschmied Karl Royer aus Rohrmoos. Der erste Obmann war Matthias Prugger vlg. Pehab, auch ein namhafter Trabrennfahrer, gefolgt von OER Johann Berger, der ab 1945 das Amt uebernahm.
Die ersten Mitglieder des Vereins waren auf allen Turnieren der Gegend mit ihren Norikern (meist auf den für die Region typischen Mohrenkopfschimmel) vertreten, 1965 konnten sie bei der Eroeffnung der Groebminger Rennbahn unter der Leitung des damaligen Landwirtschaftsministers Dr. Franz Thoma und Hofrat Dr. Lehrner, Gestuetsleiter von Piber, bei den Bundesreitspielen an der Spitze rangieren.
In der Obmannschaft folgte von 1962 bis 1965 der Hufschmied Karl Royer aus Rohrmoos vor dem Pferdepionier Karl Brandstaetter vom Reiterhof Brandstaetter aus der Ramsau.
Der Verein ist mittlerweile auf 60 Mitglieder herangewachsen, die Mehrzahl waren bzw. sind Freizeitreiter, aber auch erfolgreiche Turniergruppen kristallisierten sich heraus. Die Haflingerreiterin Kuni Royer vom Schlapferhof konnte nach zwei Landesmeistertiteln 1984 Staatsmeisterin in der Vielseitigkeit werden. Heinz Knaus wurde 1975 auf seinem Warmblutwallach Senator Europameister der Vielseitigkeit. Aber auch andere Mitglieder der Reitergruppe Ramsau behaupteten sich in der Reitelite, wie Monika Riedl (eine gebuertige Ramsauerin) ein Profi der Vielseitigkeit, Hansi Perhab ein erfolgreicher Haflingerreiter, der heute in Weiz seinen eigenen Verein hat oder Heinz Lasser, ein bekannter Trakehnerzuechter, sind weit ueber die Bundeslandesgrenzen hinaus bekannt.
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Die aktiven Mitglieder, wie Elfriede Neureiter aus Schladming, die mit guten Platzierungen in der Vielseitigkeit aufwarten kann und Jugendtrainerin ist. Christa Bachler von der Hengststation Tritscherhof, der Dressurprofi des Vereins und viele mehr sind mit viel Elan beim Training.
Der langjaehrige Obmann und Nachfolger seines Vaters Karl Brandstätter, Herr Gerhard Brandstaetter, war selbst erfolgreicher Sportreiter (viele Landesmeistertitel, sein groeßter Erfolg war ein Dritter Platz 1977 bei der Europameisterschaft der Vielseitigkeit in der Schweiz). Neben der Taetigkeit als Obmann des Zuchtvereins Schladming-Ramsau und Obmann der Reitergruppe ist er ein vielbeschaeftigter Richter bei diversen Zuchtveranstaltungen, Trainer und Organisator vieler Pferdeveransaltungen (1975 fand die erste Landesmeisterschaft der Vielseitigkeit in der Ramsau statt, 1997 die Qualifikation der Wanderreiter für die Europameisterschaft in Italien etc.).
Der Schwerpunkt der Arbeit in der Ramsauer Reitergruppe ist die Organisation und das Durchfuehren von Pferdefesten, als Tourismusort und pferdestaerkste Gemeinder der Steiermark stehen jedes Jahr mehrere Programmfixpunkte fest, wie ein Winterpferdefest in der WM-Arena, dem traditionellen Frühlingsfestzug, einem Sommerpferdefest am Reiterhof Brandstaetter und weiters vielen Pruefungen, Kursen und Zuchtveranstaltungen.
Erfreulicherweise arbeiten viele Pferdeprofis wie Ingrid Hess, Frauke Mayer, Harald Riedl und Herbert Guganegg eng mit unserem Verein zusammen und so kann jedes Jahr ein buntes Programm erstellt werden. Erwaehnenswert ist die Rassenvielfalt im Verein: neben einer fixen Haflingergruppe gibt es Warmblutreiter in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit, eine Showtruppe mit Achal-Tekkinern sowie eine Showtruppe mit Huzulenpferden (wir sind mit dieser Truppe bei vielen Messen und Pferdeevents vertreten) und eine tourneegewohnte Friesengruppe, alle drei Gruppen sind am Reiterhof Brandstaetter beheimatet. Die Huzulentruppe wurde Sieger beim Schaunummernwettbewerb 2001 am Friesengestuet Nockalm, wo zahlreiche Showgruppen vertreten waren. Sollten sie Interesse haben uns fuer eine Pferdeveranstaltung zu buchen bitten wir sie sich mit dem Reiterhof Brandstaetter in Verbindung zu setzen.